What… the… crap. Auf meiner Rangliste der ewigen beschissensten 48 Stunden haben sich die vergangen zwei Tage an die Spitze geschoben. Das Gute vorweg: ich sitze grade geduscht in meinem Zimmer, die ersten Fotos sind im Flickr und meine Kopfschmerzen halten sich in Grenzen. BUT LET ME GO INTO DETAIL.
Wie ja bereits an dieser Stelle geschrieben, bin ich seit gestern in Belgien auf der Sales Graduate Academy. Genauer gesagt halte ich mich in der schönen Studentenstadt Leuven, 20km von Brüssel entfernt auf und genieße den Umgang mit Euro Banknoten und die belgische Gastfreundschaft.
Aber der Weg hier hin, war gelinde gesagt die Hölle. Nachdem ich in Zürich am Flughafen eingecheckt hatte, mein übergewichtiges Gepäck weg und die obligatorische Passkontrolle und Leibesvisitationen hinter mich gebracht hatte, las ich auf der letzten Anzeigetafel vor Betreten der Boardingschleuse: “Your flight was canceled. Please report to the next helpdesk”… my fucking ass! In meinem grenzenlosen Optimismus war mir an dieser Stelle noch zum Lachen zu Mute und ich begab mich voller Zuversicht zum Helpdesk… … … an dem grade eine verdammte spanische Reisegruppe ihren verdammten Flug ins verdammte Barcelona reklamieren verdammt wollte… BAAHHHH. 1h gewartet. EINE FUCKING STUNDE. SO.
“Ja Ihr Flug wurde gecancelt aufgrund technischer Schwierigkeiten.” WIE BITTE? Wie wäre es mit der Wahrheit, dass nur wir 3 Leute den scheiss Flug gebucht hatten und die scheiss SWISS AIR es nicht auf die Reihe gekriegt hat, das am Vortag des Abfluges zu bemerken. “Ihre Optionen lauten 5h am Flughafen warten oder mit der nächsten Maschine nach München und von dort weiter nach Brüssel.” Ok ich meine wir wollten nicht gleich das gemeinsame erste Abendessen verpassen, entschlossen uns also für die frühste Möglichkeit mit Zwischenstopp in Munich.
Nach einer weiteren segensreichen Stunde des Wartens verließen die Fahrwerke der kleinen klappernden Lufthansa Maschine die Landebahn und brachten uns, gesegnet von mittelschweren Turbulenzen, die meinen nervösen Sitznachbarn, bereits in Zeitnot für seinen New York Flug (wie er mir mehrfach erzählte), zunehmens wahnsinnig machten, nach München. Dort hatte, wer hätte es nicht sofort vermutet, auch die Anschlussmaschine fast eine Stunde Verspätung. Zudem gab uns der Pilot, nach Einsteigen und Hineinzwingen in die luxuriös ausgelegte Foltersitzzelle, die Möglichkeit die Kulisse des Münchner Flughafens ausgiebig zu studieren, denn auch diesmal standen wir noch weitere 30 Minuten ohne Regung auf der Landebahn.
Tatsächlich kamen nicht wirklich früher in Brüssel an, als es uns der Direktflug ermöglicht hätte. Aber der nächste Hammer ließ selbstverständlich nicht lange auf sich warten. Nach 40 Minuten verzweifelten Wartens erschienen zwar Christinas Taschen, Steffis und mein Koffer blieben jedoch verschwunden… und bereits der dritte (!!!) Bagge Reclaim Schalter war für unsere Fluglinie zuständig. Dort wurde unser Fall aufgenommen und uns versprochen, mann würde unser Gepäck noch am selben Tag gegen 21 Uhr zustellen, da es mit der 19:30 Maschine aus Zürich eintreffen würde.
MY ASS! Natürlich kam das Gepäck nicht bis 21 Uhr… NATÜRLICH nicht. Entsprechend gefrustet schmeckte das Belgische Bier noch ein wenig besser. Gegen 3 Uhr war dann die schlechte Stimmung verschwunden, ich mit drehendem Kopf im Bett und mein Koffer irgendwo im Nirgendwo. Am nächsten Morgen dann schön in die gleichen stinkenden Sachen, begleitet von einigen kritischen, aber wenigstens verständnisvollen Blicker der anderes Graduates.
Über den gesamten Tag versuchte ich, mit leicht dröhnendem Kopf, in der Hotline des mieses Gepäckhandlers “Flight Care” am Brüsseler Flughafen, durchzukommen. Das lief ungefähr so ab: Nummer wählen, Sprache auswählen und dann kam “all our agents are busy” “speech file 405: 5 minutes left” “speech file 404: 4 minutes left” … das ging so weiter und bei 2 Minuten flog ich dann JEDES VERDAMMTE MAL aus der Leitung. Irgendwann ging ich dann in ein monotones Fluchen über, wann immer mir die Stimme wieder mitteilte, dass alle “Agents” fucking “busy” seien. HA! Irgendwan nach dem Mittag kam ich dann tatsächlich durch und mir wurde eine erneute Lieferung versichert. Die Dame beschrieb mir sogar den “gefundenen Koffer” als mintgrün der Marke Samsonite… Der Koffer meiner Kollegin also… meiner war weiterhin unauffindbar. Der Hammmer war dann die Lieferung. Als der Kurier nämlich einen Koffer aus dem Kofferraum zog war dieser Schwarz… MEIN KOFFER. Wenn mir also die Dame am Telefon umfassend den anderen Koffer beschrieben hatte, um dann meinen zu liefern, so musste dieser doch wenigstens bereits am Flughafen sein.
Und siehe da, so war es dann auch. Am Flughafen fand sich tatsächlich der Koffer meiner Kollegin, und schon um 23 Uhr waren wir endlich mitsamt aller Gepäckstücke zu hause… Ich werde mal eine dicke fette Beschwerde an die Lufthansa schicken… nicht nur dass unser Flug gecancelt wurde, es ging auch noch das Gepäck verloren und ich wurde von einer absolut unfähigen und unfreundlichen Groundhandling Angestellten betreut. Mal sehen was bei rauskommt.