Eh, we rocked the canadians!

… and GOSH the US as well!

Nachdem wir nun fast schon eine ganze Woche zurück sind und auch die Bilder bereits ihren Weg in mein Flickr Album gefunden haben, ist es Zeit einen knappen Reisebericht zu geben :)

Wie der eine oder andere weiß, war das erste Ziel unserer Reise Montréal, wo wir unseren lieben Freund Ronny besuchten. In den zwei Wochen in Kanada war uns sein Heim sicherer Hafen und Schlafplatz zugleich. Am ersten Tag, dem kanadischen Nationalfeiertag, den wir am Strand neben der Formel 1 Rennstrecke verbrachten, dösten wir nur und tankten Kräfte. Am kommenden Tag mieteten wir uns einen kleinen Chevy und auf ging es 600km westlich nach Toronto. Toronto selbst hat uns sehr gut gefallen, nicht nur unser klasse Hostel Canadiana, auch die Stadt war super sauber, aufregend und trotzdem klein und gemütlich. Selbstverständlich pilgerten wir auch zu den nah gelegenen Niagarafällen, wo das folgende Foto entstand, nachdem wir mit kleinen Fähren, den Maids of the Mist, bis auf Tuchfühlung an die tosenden Wassermassen herangefahren waren.

Nach drei Tagen Toronto ging es zurück nach Montréal und am Folgetag mit Sandra, einer Freundin aus der Heimat und Marion, einer Kollegin Ronnys, in den National- "Parc de la Mauricie" nordwestlich von Québec. Wie in Kanada üblich gab es dort jede Menge Gegend und um so weniger Menschen. Bei der obligatorischen Kanutour auf einem der gigantischen Bergseen, waren wir allein auf dem Wasser und konnten die Schönheit der Natur, die sich in spontanen Wasserfällen, steilen Hängen und einem unglaublich satten Baumgrün wiederfand, genießen.

Nach dem Paddeln bauten wir im Park unsere Zelte auf, feuerten den Grill an und genossen eine wunderschöne Nacht ungestört in mitten des Waldes, lediglich gestört durch das periodisch auftretende Klatschen einer Handfläche auf eine nackte Hautstelle, um die unglaublich aggressiven Mücken und Black Flies zu erlegen. Eben diese hielten uns auch davon ab, am nächsten Tag die eigentlich geplante 13km Wanderung zu absolvieren… selbstverständlich spielten die vom Rotwein noch recht schweren Köpfe dabei überhaupt keine Rolle. So wurde also aus dem Wandern nichts und wir verbrachten den ganzen Tag in der Sonne schlummernd am See.

Zurück in Montréal gingen die Planungen für die kommende Woche los und so sprangen wir am Montag Morgen in den Bus mit Ziel Québec. Dort reichten uns zwei Tage und eine Nacht, welche wir in einem an sich guten Hostel, jedoch im Dorm mit einem unselig schnarchenden Alkoholiker verbringen durften, um Québecs wunderschöne Altstadt zu erkunden, den Feierlichkeiten angesichts des 400 Geburtstages der Stadt beizuwohnen und es den vielen anderen Touristen gleich tuend das meistfotografierte Hotel der Welt, das Château Frontenac, abzulichten.

Château Frontenac

Am Dienstag der zweiten Woche mieteten wir uns dann erneut einen Wagen und machten uns auf unseren Roadtrip entlang der Westküste des St. Lorenzstroms.

Roadtrip Québec

Wir besuchten die, von Erdbeerfeldern überfüllte Îsle d’Orléans vor den Toren Québecs (1), die Kathedarle von Sainte-Anne-de-Beaupré (2) und das kleine Örtchen Baie-Saint-Paul (3), welches trotz seiner knapp 1000 Einwohner 2007 zur Kulturhauptstadt Kanadas erklärt wurde. An dem einzigen Regentag unseres Urlaubs, den wir dort verbrachten, sprangen wir also von Galerie zu Galerie und bestaunten Kanadische Kunst, die tatsächlich mehr zu bieten hatte, als ausgestopfte Bären und Inuit Volkskunst. Weiter ging es nach Baie-Sainte-Catherine und Tadoussac (4), zur wohl berühmtesten Walbeobachtungsbucht Kanadas. Dort schifften wir uns auf einen dreistündigen Bootsgang ein und konnten unglaublich viele dieser wunderschönen Tiere bewundern.

Da sind die Wale!

Hier verließen wir die Küstenstraße und bogen nach links ins Landesinnere ab, dem Saguenay Fjord folgend. Im gleichnamigen Nationalpark “du Saguenay” (5) machten wir erneut Zwischenstopp und erklommen zu Fuß die hohen Hänge des Fjords und konnten eine fantastische Aussicht genießen.

Im Parc du Saguenay

An unserem letzten Roadtrip Tag erreichten wir den Lac St. Jean (6), ein gewaltiger Kreisrunder See dessen Region für seine Blaubeeren berühmt ist. Nach ausführlichen Geschmacksproben kann ich diese Berühmtheit nur bestätigen und betonen :) Über die gesamte Fahrt schliefen wir sowohl auf Campingplätzen als auch in Bed & Breakfest Pensionen, von denen die letzte, am Ufer des Lac St. Jean die schönste und gemütlichste war. Die Zimmer waren allesamt liebevoll eingerichtet und das Frühstück wurde stets mit lokalen Spezialitäten wie Käse und Obst serviert. Da fiel es uns gar nicht so leicht, morgens zwischen Pancakes und Omlett zu wählen.

Zurück in Montréal verbrachten wir noch zwei Tage damit die schönsten Seiten der Stadt kennen zu lernen. Per Fahrrad besuchten wir das Olympiastation in dem die Spiele von 1976 ausgetragen wurden und besuchten das Musée des Beaux-Arts, in welchem eine Sonderausstellung zu Ehren Yves Saint Laurents gezeigt wurde, bestehend aus einer Hundertschaft von Originalkleidern aus dem Saint Laurents Lebenswerk.

Im Bus nach New York

Am Mittwoch der zweiten Woche verabschiedeten wir uns dann von Ronny und Montréal und setzten uns in den 23:45 Uhr Greyhound Bus nach New York City. Bei einer geplanten Fahrzeit von ca. 7h sollten wir am frühen Morgen in NYC eintreffen. Vollkommen planmäßig erreichten wir dann auch um 02:00 Uhr die US amerikanische Grenze…. wo wir dann geschlagene 4 Stunden warteten. Nach geschlagenen 2 Stunden erbarmte sich dann einer dieser *ZENSIERT* Zollbeamten zumindest die Leute aus dem Bus zu lassen, es dauerte weitere 2 Stunden, bis jeder einzelne Reisende auf erniedrigende und herablassende Art von den *ZENSIERT* *ZENSIERT* Grenzlern über jedes kleine Detail ausgefragt wurde… Ich bin mir sicher, dass in dieser Nacht etliche Kriminelle entlarvt wurden. Jedenfalls erreichten wir NYC erst zur Mittagsstunde, trugen unseren Kram fix ins Hotel und machten uns auf in die Stadt.

Zu New York City gibt es soviel zu erzählen, dass es hier jeden Rahmen sprengen würde. Ich möchte jedoch erzählen, dass wir versucht haben, alle Touri Attraktionen abzuklappern und uns ein paar Schmankerl zu gönnen. Dabei waren unsere Abenteuer von einem Hauptmotiv geprägt: dem Anstehen: ob vor Attraktionen, beim Warten auf Fähren, vor Geschäften, Ticketschaltern…. es nahm kein Ende, lohnte sich aber fast immer. So warteten wir z.B. 90 Minuten in brütender Hitze vor einer Theaterkasse, um letztlich aber fantastische Karten für das Broadway Musical Marry Poppins zum halben Preis zu bekommen. Im Arthur Ashe Stadium (dem Centercourt der US Open) sahen wir das erste professionelle Outdoor Basketball Game zwischen den WNBA Teams New York Liberty und Indiana Fever.

Arther Ashe Stadium, Outdoor Classics

Ins MoMA wollten wir eigentlich nur, um “mal dagewesen zu sein”, ich war der Sache ohnehin wenig angetan, da ich von Moderner Kunst und Contemporary Art wenig halte. Jedoch auch hier hatten wir großes Glück, da das MoMA dem einzigen Künstler, den ich aus dem ganzen Treiben wirklich bewundere, eine Sonderausstellung widmete, welche eine ganze Etage füllte und fast alle Originalwerke, beschafft aus allen Winkeln der Welt, hautnah zeigte: Salvador Dali.

Unser letzter voller Tag in NYC stand ganz im Zeichen des Shoppens und so begannen wir an der 59th Ecke 5th Ave. im Applestore und schlugen uns immer weiter nach Süden bis zum Washington Square durch die Geschäfte. Dank des niedrigen Dollarkurses und der ohnehin sehr viel günstigeren US Preise, konnten wir vielfach nicht widerstehen. Glücklicherweise konnte ich Angela zumindest vor dem Manolo Blahnik stoppen :)

Manolo Blahnik

New York City hat uns absolut fasziniert und gefesselt, trotz der unmenschlichen Temperaturen konnten wir unglaublich viel sehen und erleben. Negativ blieb uns dabei einzig das Empire State Building in Erinnerung, wo wir nach 90 Minuten zähem Anstehen (gut, das waren wir gewohnt) mühselig ins 86. Stockwerk auf das Observation Deck gelangten. Nach genau 5 Minuten auf dem Balkon, wo wir die wunderschöne Aussicht auf die nächtliche New Yorker Skyline von oben genießen konnten, scheuchten uns die Aufseher wieder nach drinnen, mit der Bemerkung, dass ein Gewitter im Anzug sei und wir daher nicht weiter draußen herumlaufen dürften. Wippieh.

FAZIT:
Wahnsinnig schöne drei Wochen, vielen vielen Dank an Ronny. Für uns bleibt nur zu sagen, dass wir bereits den nächsten Rundtrip planen.


One Response to “Eh, we rocked the canadians!”

  1. Angela

    das war wirklich ein cooler trip :) und wir waren auch immer lieb zueinander :))

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