September 2nd, 2005
IFA Eröffnungskonzert
Gestern Abend war also das Eröffnungs- konzert der IFA. Was sich beim Eintreffen am Bahnhof Messe Nord schon leicht abzeichnete, schlug uns faktisch auf dem Messegelände direkt ins Gesicht: Beate und ich waren mit unseren 24 Jahren mit Abstand die ältesten. Jedenfalls was den Großteil der Leute betraf. Naja halb so wild, als wir ankamen waren Culcha Candela schon gut bei der Sache, wirkten aber eher wie eine zusammengewürfelte Schülertanzgruppe eines Neulköllner Gymnasiums und hatten tatsächlich kurze Elemente gemeinsamer Choreographie am start, eine Sache die auf mich bei einer Reggae “Band” schon leicht befremdlich wirkte. Danach folgten Orishas aus Cuba, drei coole Sänger und ein Trompeter, zu allem übel noch nicht mal hässlich (neben mir haben die ganze Zeit 16 Jährige Girlies wie wild gekreischt). Fazit bei den Jungs von Orishas: super Musik. Ein wenig schade war, dass der “Moderator” der ganzen Sache, so eine Art Johnny Knoxville für Arme, sowohl die Zugaben bei Culcha Candela als auch bei den Orishas abwürgte, mit der Begründung, wir müssten uns beeilen für das Feuerwerk am Ende. Naja. Danach kam erst ne Bockwurst für zwei fünfzig, ne warme Cola für drei Euro und dann endlich Patrice (siehe Foto). Obwohl ich bei seiner Musik immer das Gefühl habe, dass er wimmert und über alles heult UND obwohl er die ganze Zeit wie im Vollrausch auf das Micro vor seiner Nase, statt ins Publikum geschielt hat UND obwohl die kleinen Mädels neben mir nochmal drei Oktaven höher und sechzig Dezibel lauter geschriehen haben, war Patrice der beste Act des Abends. Songs waren sahne, ein wenig Bühnenshow gabs auch noch und ich wollte ihn ja schon immer mal live sehen. Danach kam Gentleman…und die Müdigkeit. Ok ok das aktuelle Album von ihm ist nich so der Burner, eher was ruhiges zum zu Hause hören, Live auf jeden Fall gar nicht so der Knaller. Als ich Gentleman vor drei Monaten in der Arena gesehen hab, musste ich auch schon nach der Hälfte der Songs gähnen und hatte mir bereits damals Liegestühle gewünscht und so war es dann gestern abend auch. Nach fünf Songs haben Beate und ich uns auf die Wiese zurückgeszogen und da konnte man dann den Klängen auch ganz angenehm lauschen und sich entspannen. Alle die, so wie wir am Eindösen waren wurde dann aber (nach ca. zweitausendachthundersiebzehn Zugaben des Herrn Gentleman) von einem absolut gelungenen Feuerwerk geweckt. Vom Funkturm schossen zehn Minuten lang, von absolut genialer Musik begleitet alle erdenklichen Arten und Farben von Raketen in den Nachthimmel, ein leichter Wind vertrieb den Rauch und teilweise sah es so aus, als stünde der Funkturm komplett in Flammen. Gänsehaut pur und ein perfekter Abschluss des Abends.