March 20th, 2007
Union gegen Anglizismen
Ich mag es eigentlich überhaupt nicht, auf Stern Artikel zu verlinken und wenn selbige dann noch von der Union berichten bekomme ich direkt Ausschlag und hässlich Pusteln. Aber das hier muss erwähnt werden. Die Union wettert gegen Anglizismen und verbannt sie in den Müll:
Eine Gruppe von Unions-Abgeordneten hat in Berlin ein Positionspapier vorgestellt, das unverständliche Schilder, Gesetze und Anleitungen anprangert – vor allem aber halb-englische Begriffe wie “Call a bike Standort”. Die Verbraucherzentralen sind erfreut, die Sprachpfleger jubeln.
Besonders wenn ich an meinen Studiengang denke und viele der Persönlichkeiten dort, stößt mir das Thema immer wieder bitter auf. Aber ich muss mich leider auch schuldig bekennen, seit meinem Praktikum bei HP sind auch einige Worte in meinen Sprachgebrauch gelangt. Nunja, mein Paps hat immer gesagt “Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung!”. Dem will ich Glauben schenken und verlinke wie folgt:
Link: Stern – Unionsfraktion: Anglizismen sollen auf den Müll
hab letztens eine interessante doku gesehen … die deutsche sprache geht momentan unter, wir sind immer mehr auf dem weg zum englischen. da fand ich es gut, dass eine regionalzeitung (keine ahnung welche) eine ausgabe herausbrachte, in der auf sämtliche anglizismen verzichtet wurde.
interessanterweise ist es für deutsche sehr schwer geworden, dass wirklich durchzuziehen … allein worte wie training, team oder ähnliches sind heutzutage nur noch schwer durch ein deutsches pendant zu ersetzen.
ich selber studiere softwaresystemtechnik und ich möchte die bittere und herausfordernde behauptung aufstellen, dass es nicht mehr möglich ist, speziell in dieser branche, ohne anglizismen auszukommen … traurig aber wahr.
wer heutzutage eine fremdsprache lernen will, greift nicht mehr zu “englisch” sondern zu “chinesisch” – was meiner meinung nach auch eine wichtige ausrichtung sei.
der markt der zukunft wird im osten erschlossen!
grüße
[x] einwandfrei
[x] endlich
Ich arbeite zwar zur Zeit in der eCommerce Branche (hallo Anglizismus) und weiß selber, wie schnell man selber Benutzer dieses manchmal sehr hilfreichen Vokabulars wird, doch wenn es darum geht, mit einem Plakat eines Kuhjungen in der Prärie durch Sätze wie “Come to where the flavour is” neue Kunden für Tabakwaren zu erschließen, dann setzt meine vielleicht noch zu jugendliche Logik leider aus.
Sprachen werden sich immer mischen, und das ist alles andere als unnatürlich. Unnatürlich ist es für mich nur, wenn man Wortkrüppel wie “Wellness” benutzen muss, um seine Unfähigkeit, mit Inhalt zu punkten, kaschieren muss.
Während es mir in Frankreich in dieser Richtung etwas zu beschützend geregelt ist, finde ich den deutschen Ansatz in der entgegengesetzen Richtung übertrieben…
Doch wir könnten das Topic auf woanders hosten, den so urgent ist das ja nicht. Man müsste da nur ein paar Affirmations requesten, damit der Flow gepusht werden kann. Der Claim ist doch, dass man die Customers nicht einfach auf die Ignore List setzen kann, schließlich geht es hier um die Core Mission – Impossible?. Crap, here I am.
Ich kann es nur immer wieder empfehlen: http://www.deutschomat.de, ist mindestens einen Blick wert.
Das ist doch alles nur eine Frage der Mode und somit eine Frage der Zeit.
Früher hat man Anglizismen verwandt um “cool” zu sein.
Aber ich denke es wird bald so weit sein, dass alles mit Anglizismen so überflutet ist, dass man sich der deutschen Ursprungsbegriffe bedienen wird um wiederum “cool” zu sein.
Auffallen ist doch bekanntlich alles ;)
Würdest du es auch als Mode bezeichnen, dass sich Englisch als internationale Geschäfts- und Wissenschaftssprache durchgesetzt hat? ;-)