Wohin mit der Diplomarbeit Sicherheitskopie?

Wer sich wie ich einer größeren schriftlichen Arbeit gegenüber sieht und dabei auf die Arbeit mit MS Word angewiesen ist (weil er/ sie zu faul ist (so wie ich) jetzt LaTeX zu ‘lernen’ und er/ sie (und auch ich) openoffice für zu – hässlich – als – dass – man – damit – arbeiten – könnte findet, der kennt die paranoiden Gedanken die einen nach jedem Abspeichern beschleichen: Was ist, wenn jetzt was mit meinen Daten passiert. Viele von uns sind mit früheren Windows Versionen groß geworden, die gerne mal einfach wichtige Dokumente ins digitale Nirvana verabschiedet haben und gesamte wissenschaftliche Arbeiten dem sprichwörtlichen Papierkorb zugeführt haben… selbstverständlich ohne Rettungsfunktion.

Nunja jedenfalls mich plagen diese Sorgen, ich traue weder Windows noch Word und nach meinem Festplattencrash vor 6 Monaten auch nicht mehr meinem eigenen Rechner. Was tun also, um der Angst Herr und trotzdem nicht Opfer seiner Furcht zu werden. Gehen wir die Alternativen durch, was mit unserer wichtigen Datei (in meinem Fall, meine Diplomarbeit) anzufangen sei.

  1. Sicherheitskopie auf anderer Partition/ anderem Verzeichnis.
  2. Verwendung eines Wechseldatenträgers (USB Stick/ iPod)
  3. ROM Medium (CD/ DVD)
  4. e-Mail Sicherheitskopie an Freund/ Freundin

Jede dieser vier Optionen hat enorme Schwächen. (1) Raucht die Platte einmal ab, zieht sie eh alle Partitionen mit sich, von Verzeichnissen wollen wir gar nicht reden. Ach und habe ich darauf hingewiesen, dass bei meinem letzten Crash BEIDE Festplatten innerhalb einer Stunde an unterschiedlichen Ursachen einen finalen Defekt erlitten? (2) Nette Idee… USB Sticks verliert man nur sehr schnell und letztlich weiß man eh nie, wo man das verfluchte Teil zuletzt gesehen hat… achja und mein iPod war neulich erst wieder in der Reparatur… natürlich wurde die Platte gelöscht. (3) Immer wieder gern zum Backup eingesetzt schwächelt die CD/ DVD doch durch den enormen Zeitaufwand. Außerdem kann das einmalige Fallenlassen auf den typischerweise ungewischten Studentenbudenfußboden, oder ein zügiges Überrollen mit dem Schreibtischstuhl dem sichersten Backup den Gar aus machen. (4) Letztlich scheint es so, als müsste man Vorschlag vier nehmen, einem Freund oder einer Freundin eine e-Mail mit der aktuellen Version im Anhang zu schicken. Die oder der freut sich so lange, bis man mit der Feinkorrektur beginnt und alle 30 Minuten der Meinung ist, eine neue Sicherheitskopie anfertigen zu müssen. Und hatten nicht Gmail und 1&1 grade massive Probleme mit ihren Inboxen?

Nun muss also eine andere Lösung her. Dazu schicken sich bereits seit einiger Zeit kleine Startups, im Schoße der Web 2.0 Bewegung, dazu an, kostenlos eine Art zusätzliche Festplatte für jederman bereit zu stellen. Das ganze funktioniert nach dem altbekannten “Gib ihnen wenig für umme” und “Verlang Kosten für Premiumangebote”. Will sagen: wenig Speicherplatz for free und für mehr GB muss man dann eben bezahlen. Da ich schon während meines Abschlussprojektes an der Uni einen Dienst genutzt habe und jetzt für die Diplomarbeit einen anderen, möchte ich beide mal kurz vorstellen.

1. Box.net

box.net

Das quietschbunte box.net hat mir während der Zeit an der Uni gute Dienste geleistet. In alter Web2.0allesistbeta Manier wurde die gesamte Pastellfarbpalette entleert, um dem Nutzer eine vermeindlich schöne Umgebung zu schaffen. Nach kurzer Anmeldung bekommt man 1GB freien Speicherplatzes zugewiesen, auf dem man nach Belieben Ordner erstellen und Dateien hochladen kann. Box.net bietet dabei einige sehr nette Features. So kann man Ordner und Dateien taggen, für mich als großer Freund von Tags eine unentbehrliche Sache (und ich prophezeihe, dass wir in naher Zukunft alle Daten auf allen Plattformen in einer gewaltigen Tag Wolke zusammen fassen werden können). Auch sehr interessant ist das Netzwerken zwischen mehreren Nutzern. So können ähnlich den Windows Freigaben für andere Nutzer Kanäle im eigenen Box Account geschaffen werden, durch die sie auf meine Daten zugreifen können. Besonders in der Gruppenarbeit sehr wertvoll. Wenn man es sogar noch einfacher haben möchte, so kann man einzelne Dateien per RSS Feed direkt veröffentlichen, auf die dann über eine zufällig generierte URL zugegriffen werden kann. Leider ist das Interface nur was für Breitbandleitungen, da es sehr grafikintensiv ist. Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit haben mich nie enttäuscht und ich nutze Box.net seit mittlerweile 9 Monaten.

2. Omnidrive

Omnidrive

Erst seit kurzem nutze ich Omnidrive, habe mich doch sehr schnell damit angefreundet. Es kommt mit einer klar aufgeräumten Baumstruktur daher, in der es schwer ist, den Überblick zu verlieren. Der Nutzer hat ebenfalls 1GB Speicherplatz zur Verfügung und es ist ebenso einfach Dateien über das Webinterface hochzuladen, wie ich das von der Box kenne. Es ist ebenfalls möglich Dateien und Ordner mit anderen zu teilen, oder ganz und gar zu veröffentlichen, schmerzlich vermisse ich jedoch ein Tag System. Aber das finde ich leider in der üblichen Ordnerstruktur einschlägiger Betriebssysteme ja auch nicht. Allerdings ist Omnidrive meines Erachtens nach um einiges schneller. Außerdem bringt Omnidrive ein kleines Tool mit, was im Windows Explorer ein Omnidrive Laufwerk installiert, auf das auf Windows Eben direkt zugegriffen kann. Per drag’n drop können so einfach Dateien und Ordner bewegt werden und das integrierte Queuesystem sorgt für Struktur beim Upload.

Im Endeffekt bin ich paranoid genug, um meine Diplomarbeit (bei Änderungen die mehr als eine halbe Seite umfassen) sowohl in der Box, als auch auf dem Omnidrive abzulegen. Ähm… naja und auf meinen Webspace pack ich sie auch noch… und ich schicke Sie mir jeden Abend per Mail an die Arbeitsadresse und Richtung Gmail… und… äh… auf meinem Handy ist sie auch… aber nur, weil das automatisch synchronisiert.

Wenn jedenfalls mein Rechner demnächst abschmiert, kann ich ihm trotzig ins Gesicht lachen. Obwohl natürlich selbstverständlich am selben Tag sowohl Omnidrive als auch Box an arabische Ölmultis verkauft werden, die erstmal alles löschen, Gmails Rechenzentrum einem Erdbeben zum Opfer fällt, mir jemand mein Handy klaut und das Notebook bei HP inklusive meinem dortigen Postfach ein letztes Mal röchelnd das ewige Klagelied des heiß gelaufenen Prozessors singt. Kanns kaum erwarten.


5 Responses to “Wohin mit der Diplomarbeit Sicherheitskopie?”

  1. arno

    nette uebersicht! hab einen rechtschreibfehler gefunden ;D

  2. admin

    und schon korrigiert. danke!

  3. m@ik

    Hey “admin”, ;-)

    Ja Box.net ist ganz schick. Omnidrive konnte ich noch nicht testen. Allerdings habe ich, seitdem ich 7 Gig eigenen Webspace habe, nicht mehr wirklich Gebrauch von solchen Diensten gemacht.

    Aber in einer Sache stimme ich mit dir vollkommen überein: Tagging ist die Zukunft! Da wird bald kein Weg mehr daran vorbeiführen. Und ich hoffe, dass wir dann auch Hyberbolic Browsing überall als Standard sehen werden. Mein Gehirn organisiert sich ja zum Glück auch nicht linear.

    Deinen Sicherheitsvorkehrungen entnehme ich, dass dir genau wie jedem, der diese Rechenmaschinen schon länger als ein paar Tage beutzt, schon mal irgendwann etwas richtig wichtiges abgek**** ist. Und danach ist man geheilt, geht mir genauso. ;-) Aber no evil, no evil…

  4. Robat

    :) recht haste hehe

    und guck, aussm admin is auch Robat geworden

Leave a Reply